Virales Marketing an der Tankstelle
Grade mal schnell noch meine Meinung zum Verbot des Verkaufes von Alkohol an Tankstellen nach 22 Uhr. Ich halte dieses Verbot für einen der besten Marketingschachzüge der letzten Jahre. Weshalb? Ganz einfach – alte Marketingregel: Schaffe künstlich eine Verknappung des Produkts und schon steigt die Nachfrage. Prohibition in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts oder SWATCH, beides Mal stieg der Absatz eines Produktes einfach nur, weil es “scheinbar” nicht da war. Selbes Spiel heute: die künstliche Verknappung (nach 22 Uhr) erzeugt einen gesteigerten Umsatz (vor 22 Uhr). Es ist wirklich so einfach – nur handwerklich gut gemachtes Marketing.
Wollte irgend jemand ernsthaft den Konsum von Alkohol unter Jugendlichen einschränken, müsste er auch hier nur in einem der zahllosen Marketingbücher unter ”Gift fürs Geschäft” nachschauen und würde dort den Hinweis finden, dass der Preis einer der wirksamsten Mechanismen ist, die Nachfrage nachhaltig nach unten zu korrigieren. Hat auch schon prima geklappt bei Alko-Pops, die nach der Einführung der Strafzölle schneller vom Markt verschwunden waren, als jemand das Wort aussprechen konnte.
Könnte man jetzt genau so machen, 20 Euro Strafzölle auf Vodka, 10 Euro auf den Kasten Bier. Innerhalb einer Woche wäre das Problem (hätte man wirklich die Absicht gehabt, genau dieses zu lösen) erledigt. Bei Zigaretten hat es auch funktioniert, hier ist der Konsum nach der deutlichen Erhöhung der Tabaksteuer ebenso eindeutig gesunken. Leider ist es aber bei uns aber immer noch so, daß man für 3,50 Euro (2,50 für einen Liter Vodka und 1 Euro für 1 Liter Eistee) sehr sehr günstig drei bis vier Teenager ausknocken kann.
Fragt man sich, wieso man das hier nach zwei erfolgreichen Versuchen nicht einfach genau so wieder gemacht hat. Aber vielleicht wollte man aber nicht wirklich ein Problem lösen, sondern nur den Umsatz ankurbeln, das zumindest wird sicher funktionieren.
