Die Marke macht´s: das Apple iSlate
Es ist immer wieder interessant, welche Wellen Produkte im Internet schlagen, selbst wenn sie noch nicht einmal offiziell vom Hersteller angekündigt sind. Oder wie jetzt beim iSlate von Apple, dem angeblichen Tablet-Computer, noch nicht einmal ein Termin für die Ankündigung feststeht. Das Netz überschlägt sich mit Vermutungen, was das Wunderding von Apple, denn ein solches ist es sicherlich, einfach aufgrund der Tatsache, dass es das Label “Designed in Cupertino“ trägt. Für die Kollegen aus der Sparabteilung, die gerne das Geld in die Produkte und nicht ins Marketing stecken, hier ein Hinweis: Apple steckt jede Menge Geld ins Marketing und auch in die Produkte, denn nur ein gutes Produkte, das richtig vermarktet wird, ist dann auch irgendwann mal eine Marke, die viel Eigendynamik bekommt. Aber zurück zum iSlate oder wie es auch immer heißen wird.
Schlangestehen auch wenn man noch nicht mal weiß, welches Produkt denn da auf den Markt kommen soll. Gleiches übrigens auch beim neuen “Nexus One“ Google Handy, das mit soviel Vorschuß-Lorbeeren von Bloggern, die noch nicht einmal wussten, wie es aussehen wird, überschüttet wurde, dass die eigentliche Präsentation zur Nebensache wurde. Witzigerweise schreiben dann eben die, die noch zwei Tage vorher das Wunder voraus gesehen haben, dass es nun eigentlich doch gar kein Wunder wäre und man schon enttäuscht wäre. Fragt man sich nur von was? Von der eigenen Unfähigkeit zu warten und dann was Fundiertes zu schreiben? Oder vom scheinbaren Unwillen der Hersteller, alle fiktiven Features zu integrieren, die sich die Blogsphere da ausgedacht hat.
Es gab mal eine Zeit, da hat man gewartet, bis die Farbe trocken war und hat sich dann über den Anstrich geäußert und nicht umgekehrt. Im Falle von Apple freue ich mich auch auf ein neues Geräte, werde aber erst was darüber schreiben, wenn auch wirklich mal klar ist, ob das überhaupt vorgestellt wird. Könnte ja – was im Falle von Apple nicht ungewöhnlich wäre – auch was ganz anderes sein oder einfach nichts.
Im Übrigen erinnert mich das irgendwie an die 90er, als wir in Italien zwei Stunden vor einem Swatch-Laden rumlungerten, nur um rechtzeitig in der Schlange zu stehen, damit wir auch ja nicht die Chance verpassen, die künstlich verknappten Plastikuhren eventuell erstehen zu können. Ich hab noch ein paar von den Uhren, sicherlich Sammlerstücke und lt. Internet auch fast so viel wert wie damals.
Merke (kleine Abwandlung von oben): Du brauchst nicht wirklich ein gutes Produkt, du brauchst nur eine Marke, die dem Konsumenten den Himmel auf Erden verspricht. Wichtig ist, dass dieses Versprechen dann auch ein paar wenige Minuten eingehalten wird.
Kleine Info am Rande. Für alle die glauben, das iSlate und alle tragbaren Wunderwaffen wären etwas total Tolles und Neues, der sollte sich mal dieses Foto anschauen:
Es handelt sich hier nicht etwa um eine Idee von Apple vom Ende des letzten Jahrhunderts, sondern die Vision des Dynabooks von Alan Kay aus dessen Arbeit “A personal computer for children of all ages”, aus dem Jahre 1972, entstanden am XEROX Parc.
Alan Kay wurde kurz darauf von Steve Jobs zu Apple geholt und steht für viele der bahnbrechenden Ideen, die den Mythos Apple begründeten.

